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Helge

Hechtzeit

Angeln auf Hecht mit Köderfischen

hunter, 05.10.07

Void
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Heute war es mal wieder so weit: Hechtzeit! Im Gegensatz zu meinen beiden ersten Versuchen bei strahlendem Sonnenaufgang und schönem Wetter, schien mir an diesem Sonntag der wolkenverhangene Himmel doch schon eher Richtung Hechtwetter zu gehen.

Der Wecker rasselte mich erbarmungslos um 05.30 Uhr aus den Federn. Das Aufstehen fiel mir schwer, denn die Boxkämpfe welche ich mir am Vorabend im Fernsehen anschaute, endeten erst gegen 01.00 Uhr.

Dementsprechend ging es heute morgen etwas langsamer zu, denn die müden Augen brauchten noch ein Weilchen, um den Weg zur Kaffemaschine zu finden, um richtig auf Touren zu kommen.
Das Gebräu zeigte bald seine Wirkung und der Weg ins Bad fiel mir leichter. Das kalte Wasser gab ein Letztes, um die Müdigkeit gänzlich "abzuwaschen".

Gegen 07.00 Uhr war ich am Wasser, zwei Hechtruten wurden aufgebaut und lagen noch nutzlos auf den Rutenhaltern, denn erstmal mussten Köfis gefangen werden.
Meine kleine 3 Meter Stippe kam zunächst zum Einsatz, beködert mit einer Made an einem 18er Haken und 10er Vorfach, landete diese fade Made ohne Gnade in die "Fluten" des Fleetes.
Ein wenig Futter auf den Platz und es konnte losgehen.
Begleitet vom Regen, heftigem Seitenwind und fallenden Blättern ließen die Fischlis nicht lange auf sich warten. Nachdem die ersten 2 sicher gelandet und waidgerecht getötet wurden, beköderte ich meine Hechtruten und die Segelposen flogen samt Köderfisch auf die von mir ausgewählten Plätze.

Während ich meine Hechtposen im Auge behielt, ging das Stippen weiter, denn es sollte ja ein Köderfischvorrat angelegt werden.
Nach und nach wanderten die kleinen und auch etwas größeren Rotaugen in den Köderfischkessel.
Bewegungen an den Hechtposen gab es allerdings nur duch den Wind.
Hin und wieder mussten die Köder neu plaziert werden und mein Augenmerk galt wieder den Köfis, denn Freund Esox macht das schon, wenn er will.
Wieder ging meine zierliche Pose unter. Anschlag, Widerstand und meine 3 Meter Stippe bog sich zum Halbkreis.
Das war auf jedenfall kein kleines Rotauge, ein Karpfen auch nicht, denn die rasante Flucht blieb aus und es war nur ein heftiges Schlagen an der Rute zu spüren.
Was war das für ein Fisch, welcher sich die werdende Fliege einverleibte? Die Spannung stieg, ich bekam den Fisch einfach nicht hoch und bei dem dünnen Geschirr war ein "hartes rannehmen" auch nicht möglich.
Während ich arg mit meinem Gegenüber beschäftigt war, prasselten natürlich die dicksten Regentropfen des Tages auf mich nieder und die zweite Dusche des Tages begann, aber ich wollte diesen Fisch sehen.
Er tat mir den Gefallen, irgendwann, nach unendlichen Minuten.
Ein ca. 1/2pfündiger Aal zeigte sich an der Oberfläche, um auch gleich wieder wegzuschlängern.
Der Kescher mußte ran, zum Glück war er in Griffnähe.
Es gab jetzt mehrere Möglichkeiten, den Fisch zu verlieren. Entweder reisst das Vorfach, oder der Haken biegt auf, oder der Aal klammert sich irgendwo im Untergehölz fest. Die Chanchen standen schlecht, diesen kapitalen Burschen sicher zu landen.
Es gelang mir doch tatsächlich, diesen Fisch in den Kescher zu führen. Kaum war er drin, war er auch schon wieder raus. Das ging 2 Mal so und beim 3ten Landungsversuch trat Prognose 1 ein. Das Vorfach riß.
Nun gut, der Drill hat auf jeden Fall mächtig Spaß gemacht.

Die Zeit schritt voran, der Köfieimer füllte sich mit vielen "Silberlingen" und eine meiner Hechtposen verschwand am späten Vormittag unter Wasser. War es eine Wollhandkrabbe oder etwa doch ein Hecht?
Zweiteres stimmte, der Fisch nahm Schnur und ich ließ ihn noch einwenig laufen, bis der Schnurbogen einigermaßen "geglättet" war.

Anschlag! Wie? Nicht mal Kontakt? Mist! War ich mal wieder zu voreilig? Ja, sonst hätte ich ihn ja!
Die Falle wurde neu gelegt. Ein halbes Stündchen später ging die andere Pose unter. Dieses Mal saß der Anhieb und ich spürte einen Widerstand, welcher sich mühelos randrehen ließ. Hatte ich etwas ein Ast gehakt? Keine Fluchtreaktion, einfach nur ein "ordinäres" rankurbeln.
Das Teil am Haken sah aus wie ein Ast, war aber keiner. Der Hecht schien schon vom Anschlag betäubt und ließ sich mühelos einholen.
Als ich ihn kurz vor dem Kescher hatte, bemerkte er, was eigentlich los war und endlich machte er 2-3 Fluchten inclusive Hechtsprung.
Ich liebe diese Hechtsprünge, die ihm allerdings nichts nützten, denn kurze Zeit später umschlangen ihn die Maschen des Keschers und ein kleiner Esox von 72 cm war auf dem sicheren Weg zur Pfanne.

Bei den beiden Bissen blieb es dann auch und am Mittag beendetet ich die "Hechtsession" und fuhr mit dem Gefühl: "Hat Spaß gemacht" nach Hause.